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NEUROSENHEIMER

NEUROSENHEIMER

Bayerisch neurotische Lebensmusik

Samstag, 8. April 2017, Beginn: 20:00 Uhr (Einlass: 19:30 Uhr)

Festsaal Wasserschloss

Fotos und Bericht vom Auftritt


Zwiefach – neu interpretiert
Also leicht machen es diese Vier ihrem Publikum nicht gerade. Da stehen sie auf der Bühne wie frisch aus einer bayerischen Sonderausgabe eines Landleben-Magazins. Doch schon bei dem ersten Lied ist sonnenklar, dass da etwas nicht stimmen kann. Denn auch wenn Outfit und Musik in die entsprechende Schublade passen würden, der Text stammt nun inhaltlich wirklich nicht aus dem Lehrbuch für bayerische Gstanzl. Und der Name der
durch einen Mann genderfizierten Frauen-Combo mit eindeutig bajuwarischen Wurzeln macht es auch nicht leichter. Denn natürlich denkt man bei „Die Neurosenheimer“ sofort an diese netten kleinen Unebenheiten der menschlichen Psyche, die Therapeuten so lieblos „Neurosen“ nennen und für teures Geld behandeln. Aber auch das ist ganz anders, als es auf den ersten Blick aussieht.

Auskunft über Herkunft
Denn wie bald aufgeklärt wird an diesem Abend in Sovies Festsaal im Wasserschloss, sind die drei Gründungsmitglieder Katrin „Katl“ Zellner, Marita Gschwandtner und Tobias „Tobi“ Hegemann der Auslöser für die Namensgebung. Waren sie doch zum Zeitpunkt der Gründung der Gruppe neu in Rosenheim. Nur Katrin Stadler, zuständig für Klarinette, Akkordeon, Gitarre, Hackbrett und einige, für Nicht-Bayern obskure Instrumente, ist Rosenheimerin von Geburt. Aber weil es wahrscheinlich zu umständlich gewesen wäre, hat man darauf verzichtet, im Namen darauf hinzuweisen. Womit wieder einmal bewiesen wäre, dass nicht unbedingt der, der Böses dabei denkt, der Schelm ist. Auf jeden Fall sind es aber diese Neu- und Alt-Rosenheimer.

Ein Programm wie eine bayerische Brotzeit
Dass sie alles im Instrumenten-Repertoire haben, was eine gute bayerische „Musi“ ausmacht, ist zwar
frühkindlichen Prägungen durch die Elternhäuser geschuldet. Doch der in weitesten Teilen leicht durchtriebene und schelmische Blick auf die Menschen in der näheren und weiteren Umgebung, das ist wohl eher eine reine Naturbegabung. Begünstigt allenfalls durch einen kritischen Blick auf die Heimat und bezogen auf eine Person vielleicht durch ein Studium der Sozialwissenschaften. Ansonsten aber so wunderbar bodenständig bis hin zum
herzigen Augenaufschlag oder einem gefühlvoll folkloristischen Timbre in der Stimme, wenn zum Beispiel ein Spaziergang, von Querflöte und Glöckchenklang begleitet, durch unter Apfelbäumen entlang führt. Da sind die Lied-Texte teils scharf wie ein Radi, während die durch und durch blau/weiß gefärbten Lieder mitunter wie süßer Weißwurst-Senf daherkommen. Und das Fett, das hier einige abkriegen, läuft einem als Zuhörer nur so das Gesicht runter, als würde man eine Schweinshaxe essen.

Heimatverbundene Global-Player
Das hindert die vier Rosenheimer allerdings überhaupt nicht daran, auch weit über den Tellerrand zu schauen. Wo sie dann zum Beispiel eine neue Sandwich-Technik entdecken. Nämlich hinten und vorn was Nettes. Und in der Mitte das Problem. Wie zum Beispiel ein offener Hosenstall. Und spätestens wenn uns die so gar nicht neurotischen Neurosenheimer nach Indien entführen, das Publikum beim Jodeln mit „Om“ mitmachen darf, ist
es keine Frage mehr, dass man an diesem Abend nicht so nach Hause gehen wird, wie man gekommen ist. Denn man hat selbst als absoluter Folklore-Muffel bayerisches Liedgut lieben und einiges über die kleinen und großen Neurosen der Menschen gelernt. Und weil diese drei naturbegabten Frauen und der natürlich eher etwas bayerisch-stoische Mann mit Tuba und Kontrabass auch zwischen den vorgetragenen Liedzeilen viel Humor zeigen, geht man auf jeden Fall mit einigen Lachfalten mehr nach Hause. Mit dem festen Vorsatz, so schnell wie möglich einmal nach Rosenheim zu fahren.

PET


Die Neurosenheimer – mal als lustige Weibertruppe mit Tubamann, mal als Multiinstrumentalisten bezeichnet – singen und spielen unerschrocken ihre eigenen bayerischen Lieder. Dabei begleiten sie sich selbst mit zahlreichen Instrumenten – teils bekannt, teils ungewöhnlich. So wird schon mal die Stadt Rosenheim, nach einem Vorspiel mit zwei tibetischen Nasenflöten, von einer ganz anderen Seite betrachtet oder das Lied vom skeptischen Oberbayern Sepp mit dem Rhythmus einer afrikanischen Trommel unterlegt. Die Lieder handeln von Rosenheim, vom Leben in Bayern und von den Neurosen der Neurosenheimer und ihrer Mitmenschen. Viele ihrer Stücke bringen einen zum Lachen oder versetzen den Zuhörer in einen angenehmen Schmunzelstatus, andere Stücke regen zum Nachdenken an. Ihre Musik passt in keine Schublade. Sie spielen weder herkömmliche Volksmusik, noch machen sie übliches Kabarett – es ist einfach WAS BESONDERES!

Zusammengefunden haben sich die Neurosenheimer im Oktober 2005. Die heutige Besetzung besteht seit Juli 2009. Im Dezember 2010 erschien ihre erste CD „Wos is scho normal? – live“. Im Oktober 2012 wurden die Neuroseneheimer mit dem Kleinkunstpreis der Dr. Michael-Stöcker-Stiftung der Stadt Rosenheim ausgezeichnet. Im November 2012 erschien die zweite CD „Amoi wos anders“ und im Dezember 2014 die dritte CD “So samma hoid“. Seit Dezember 2015 gibt es die Single „Platz do“

„Musikalisches Feingespür, gesangliches Können und Wortwitz gepaart mit Klarsicht, Selbstironie und Wahrhaftigkeit – und das Ganze auf Bairisch. Aus diesen Bestandteilen setzt sich der bayerische Gute-Laune-Mix der Neurosenheimer zusammen. Und sie sind wirklich so gut, dass man schon vorab klatschen darf.“ (Merkur)

Kati Zellner – Gesang, Querflöte, Melodika, Gitarre, Nasenflöte, Glockenspiel, Percussion
Marita Gschwandtner – Gesang, Gitarre, Klarinette, Ziach, Ukulele, Nasenflöte, Percussion
Katrin Stadler – Gesang, Gitarre, Klarinette, Akkordeon, Hackbrett, Flöten, Percussion
Tobias Hegemann – Tuba, Kontrabass, Cajon, Gesang

Weitere Infos auch unter www.neurosenheimer.de

Details

Datum:
8. April
Zeit:
20:00 - 22:00
Veranstaltungskategorie:

Veranstaltungsort

Festsaal Wasserschloss
Telefon:
0 80 84 967 04 31
Webseite:
http://sovie-ev.de