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DOMBERT 35

Entdeckungsreisen in faszinierend-schönen Klangwelten

Freitag, 8. Juni 2018, Beginn: 20.00 Uhr (Einlass: 19.30 Uhr)

Festsaal Wasserschloss

Fotos vom Auftritt:

Konzertbericht:

Neue Leidenschaft
Wie soll man eine Musik beschreiben, für die das Adjektiv „unbeschreiblich“ gleich mehrfach in der Erinnerung vorkommt. In der Erinnerung an das Konzert des Gitarristen Andreas Dombert nämlich, mehr als nur „begleitet“ von dem Ausnahme-Bassisten Sven Faller und dem Drummer Peter Gall, das wieder einmal als ein absoluter Überraschungs-Coup in die Annalen von SOVIE aufgenommen werden muss. Denn Andreas Dombert ist natürlich kein Unbekannter in der Musiklandschaft zwischen Jazz und Pop. Was er aber hier im Konzertsaal des Wasserschlosses bot, das ist nicht nur eine von ihm erst vor nicht allzu langer Zeit entdeckte Leidenschaft, es ist eine Klangwelt, die Gewohntes vergessen und staunend in eine Gefühlswelt eintauchen lässt. Begleitet von der vagen Ahnung, dass man irgendwie schon lange auf solch unbeschreibliche Momente gewartet hat.

Philosoph mit sechs Saiten
Zum besseren Verständnis trägt es da vielleicht bei zu wissen, dass der gebürtige Straubinger seit einigen Jahren an der Uni Regensburg Philosophie studiert, dabei auf Minimal Music gestoßen ist. Jene in den 1960er und -70er Jahren entstandene Musikform der repetitiven Strukturen und Phasenverschiebungen, wie sie zum Beispiel ein Terry Riley populär gemacht hat. Und von Andreas Dombert durch seine Kompositionen für Gitarre solo oder auch mit Bass und Drums zu einer Klangwelt geriert, in der man gerne die Augen schließen würde, wenn es nicht so faszinierend gewesen wäre, gleichzeitig den Musikern zuzuschauen. Beispielsweise, wenn sie selber die Augen schlossen. Vielleicht auch, um die bewegte Oberfläche des Wassers zu verlassen und einzutauchen in ruhige Tiefen.

Aufregend meditativ
Es ist müßig aufzuzählen, mit wem Andreas Dombert schon auf der Bühne oder im Studio stand, was von ihm schon auf Tonträgern aufgezeichnet wurde. Die Bandbreite lässt sich eventuell mit den Namen Claudia Koreck und Pat Martino andeuten oder anhand von Formationen wie die Jazz-Metal-Combo „Panzerballett“ und das unter Elektronik-Strom stehende Projekt „Dombert’s Urban Jazz“. Was man dann wiederum alles vergessen durfte, wenn hier vor dem Wasserschloss auch die Vögel gespannt lauschten, als das Trio demonstrierte, „Like a bird sing“. Während eines der gefiederten Geschöpfe sich dann von dem Stück „Seven drops“ eher zum Mitmachen animiert sah. Sodass man das Gefühl hatte, dass der Gitarrist in sich hinein lauschte, ob es wirklich die Musik ist, die er hören will. Um dann zufrieden zu lächeln, als er hörte, dass sie offensichtlich nicht nur beim Publikum sondern auch in der Natur uneingeschränkte Zustimmung fand.

Mitspieler auf Augenhöhe
Allerdings wäre es mehr als ungerecht, dieses üppige Angebot der Empfindungen, ausgelöst durch minimalistische Strukturen, nur auf den sensiblen Gitarristen zurück zu führen. Dieses Konzert lebte selbstverständlich auch von einem Sven Faller, der nicht nur in dieser Trio-Formation dem Kontrabass neue klangliche Dimensionen abverlangte. Mit der Sängerin Stefanie Boltz hat er als Duo „Le bang bang“ bewiesen, dass eine Stimme und ein Bass nicht nur ausreichen ein mitreißendes Konzert zu konzipieren, das Instrument kann unter seinen Händen und mit verfremdenden elektronischen Elementen auch ganze Orchester ersetzen. Was sich auch in diesem Konzert nachvollziehen ließ, als Sven Faller einen Alleingang zelebrierte, der leicht vermuten ließ, dass sich alleine daraus auch ein faszinierendes abendfüllendes Programm entwickeln ließe.

Der Verlust eines Paradieses
Zugegeben, es war für Drummer Peter Gall nicht sehr einfach, dem noch sehr viel hinzuzufügen. Doch der Absolvent von Jazz Institute Berlin und Manhatten School of Music überzeugte mit einfühlsamen Sequenzen, legte einerseits einen pointierten Klangteppich für Gitarre und Bass aus. Um sich zur gegebenen Zeit dann auch wieder kraftvolle und enthusiastische Soli zu gönnen. Kurzum, das Einzige was an diesem Konzert nicht stimmte, das war die Tatsache, dass es natürlich irgendwann zu Ende war. Aber immerhin wurde das Publikum aus diesem klanglichen und durchaus auch fernöstlich geprägten Nirwana mit der Möglichkeit heraus katapultiert, sich mit Tonträgern gegen das aufkommende Verlustgefühl zu wappnen.

Zum Reinhören:

Weitere Infos zur Band: www.andreasdombert.de

Details

Datum:
8. Juni
Zeit:
20:00 - 22:00

Veranstaltungsort

Festsaal Wasserschloss
Telefon:
0 80 84 967 04 31
Website:
https://sovie-ev.de