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13. Oktober 2018 · 20:00 - 22:00


MARLENE

Nina Plotzki & Band lassen Wunder geschehen

Konzertbericht Konzertfotos PR Media PR Musiker

Konzertbericht

Kein blauer Engel
Leider muss da dem natürlich höchst kompetenten Kollegen widersprechen werden, der nach der Premiere des „Marlene-Projektes“ von Nina Plotzki in München 2001 voller Begeisterung schrieb, dass der „blaue Engel“ zurück sei. Der blaue Engel, das ist natürlich Marlene Dietrich, respektive der Film, der sich mit ihrem Namen verwoben hat, und fast so berühmt ist, wie die Lieder, die sie dereinst gesungen hat. Um es kurz und bündig zu machen: Das ist natürlich eine gute Headline, die dem Kollegen da eingefallen ist. Fakt ist allerdings, dass Nina Plotzki nicht Marlene ist. Punkt. Und dass man nur sagen kann: Gott sei Dank! Denn jeder Versuch, wie Marlene Dietrich sein zu wollen, singen zu wollen, muss scheitern. Auch wenn man sie wie Nina Plotzki verehrt.

Ein anderer Engel
Das weiß Nina Plotzki natürlich, denn sie ist eine kluge Frau. Und außerdem hat sie es nicht nötig, jemand nachzueifern, es genügt völlig, dass sie Nina Plotzki ist. Schließlich hat sie eine ausgebildete und geschulte, bisweilen leicht „soulige“ Stimme und genügend „Jazz-Feeling“ und Erfahrung an der Seite verschiedensten Jazz-Kollegen, um schon längst zu einem eigenen Stil gekommen zu sein. Weshalb es der große Reiz dieses Konzertes im Festsaal des Wasserschlosses war, dass Marlenes Lieder neu und anders von Nina Plotzki interpretiert wurden. Von ihr ins 21. Jahrhundert geholt wurden, ohne sie ihres Charakters zu berauben. Wie übrigens auch der eine oder andere Jazz-Standard oder ein Chanson. Was natürlich dem Mann am Klavier ebenso anzulasten war und seinen speziell für dieses Konzert geschriebenen Arrangements.

Bestens zusammengefügt
Klaus von Heydenaber studierte Jazz-Klavier in Graz, seine Domäne sind aber die Komposition und das Arrangement. Er hat an und für verschiedenste Theater in deutschsprachigen Raum gearbeitet, auch schon selber Regie geführt, hatte mit „Im Amt für Todesangelegenheiten“ am Luzerner Theater Uraufführung der eigenen Oper. Und diese Erfahrungen hört man in den Arrangements für Nina Plotzki, wie auch die Trompete von Peter Tuscher die langen Jahre in der Jazz-Szene – und unter anderem auch mit Klaus von Heydenaber in einer Formation – natürlich ebenso wenig leugnen kann wie die ungebrochene Spielfreude. Eher bescheiden und sensibel orientiert sich der bevorzugt swingende Drummer Michael Keul, der wie Nina Plotzki mit Jazz-Legende Al Porcino arbeitete, an der Stimmung der Stücke, Bassist Thomas Stabenow ist mit seiner großen Erfahrung nicht nur optisch ein Fels in der Brandung. Bei ihm studierte Nina Plotzki übrigens an der Musikhochschule in Mannheim.

Marlene und fünf Freunde
Kein Wunder also, dass alles stimmte, wenn Nina im Glitzerkleid Lily Marleen zu neuem Leben erweckte, ihrem Koffer nach Berlin nachreiste, oder in fast akzentfreiem Französisch das Leben rosig erscheinen ließ. Mit einer Stimme, die nie angestrengt klang, sondern sich samtweich an die Stimmung der Lieder schmiegte oder auch mal kraftvoll der Trompete Paroli bot. Umrahmt mit einer Moderation, die ebenso ausgefeilt und gleichzeitig spontan daherkam wie der musikalische Part, bisweilen von dem alten Jazz-Haudegen Peter Tuscher mit verbalen Trompetentönen gewürzt. Also kein Versuch, nur eine Marlene Dietrich auf den Sockel zu heben. Eher schon konnte es einem so vorkommen, bei aller Begeisterung Nina Plotzkis für die große Marlene, dass hier die Musik ins Rampenlicht gestellt wurde. Von einem glitzernden Engel und glänzenden Musikern. PET


Konzertfotos anschauen

Zum Nachhören!

Auf Ninas Website (ninaplotzki.com) finden sich unter „Audio“ ein paar Marlene-Songs, die bei unserem Konzert aufgenommen wurden. Zum Nachhören!


Weitere Infos zu Marlene und Nina

Marlene Dietrich (1901-1962) war einer der größten Stilikonen des 20. Jahrhunderts. Mit ihren Liedern voller Sehnsucht und Melancholie wurde die bereits seit den 20er Jahren sehr erfolgreiche, ja legendäre Schauspielerin auch als Sängerin zum umjubelten Star. Ihre öffentliche Distanzierung vom Nationalsozialismus gipfelte im Wechsel der deutschen zur US-amerikanischen Staatsbürgerschaft.

Nina Plotzki erweckt mit ihrer samtweichen Stimme Marlenes Liedgut (u.a. Ich bin von Kopf bis Fuß auf Liebe eingestellt, Lili Marleen, Ich hab noch einen Koffer in Berlin, Sag mir, wo die Blumen sind.) mit seinen unvergleichlichen Melodien und galanten Texten nun erneut aus dem Dornröschenschlaf. Dabei ist ihr bewußt, dass sich „Die Dietrich“ nicht kopieren lässt und so steht die Belebung ihrer wunderschönen Stücke in neuen Arrangements und begleitet von einer exzellenten Band für Plotzki im Vordergrund. Als sie Ihr Marlene-Projekt bereits 2001 zum ersten Mal dem Münchner Publikum präsentierte, würdigte die Süddeutsche Zeitung ihren Auftritt mit „Der blaue Engel lebt!“.

Details

Datum:
13. Oktober 2018
Zeit:
20:00 - 22:00
Veranstaltungskategorie:

Veranstaltungsort

Festsaal Wasserschloss
Telefon:
0 80 84 967 04 31
Website:
https://sovie-ev.de