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ZAPF’NSTREICH

Weltmusikalisches Feuerwerk mit Rudi Zapf

Samstag, 17. Februar 2018, Beginn 19.00 Uhr

Festsaal Wasserschloss

Fotos, Bericht und Video vom Auftritt:

Bericht:

Raus aus der Schublade

Irgendwo kann man lesen, dass dieses Quartett „bayerische Weltmusik“ machen würde. Schloss man jedoch beim Konzert von Rudi Zapf & Zapf’nstreich die Augen, dann war eine derartige Verortung eigentlich nicht möglich. Natürlich lässt sich spätestens nach einer Moderation von Rudi Zapf nicht leugnen, dass er ein waschechter Münchener ist. Also ein Bayer von echtem Schrot und Korn. Aber nicht einmal das Hackbrett, das Rudi Zapf virtuos beherrscht, ließ unbedingt auf seine bayerische Herkunft schließen. Denn der einstige Student am Münchener Richard-Strauss-Konservatorium und seine drei Kollegen scheinen musikalisch überall in der Welt zu Hause zu sein.

Understatement trifft auf welt-meisterliche Musiker

Und dazu passt es auf jeden Fall, dass weder vom Erfinder des ersten elektroakustischen Hackbretts der Welt und Vibrandoneonspieler Rudi Zapf noch von Gerhard Wagner auf Saxophon, Querflöte und Klarinette oder Andreas Seifinger mit Akustikgitarre und Steffen Müller am Kontrabass auch nur annähernd der Versuch unternommen wird, optisch den Weltbürger zu mimen. Vielmehr kann man sich bestens vorstellen, dass diese Vier auch so unterwegs sind, wenn mal kein Konzert angesagt ist. Wohingegen es nicht selten geradezu unvorstellbar erscheint, was das Quartett seinen Instrumenten entlockt.

In 180 Minuten um die Welt

Das phänomenale bei diesem musikalischen Streifzug durch verschiedenste Länder ist dann auch, dass es nie so klingt, als wollten Zapf und seine Zapf’nstreicher beispielsweise mit einem Tango unbedingt wie vier Argentinier daherkommen. Ihr Tango könnte, wie von Rudi Zapf auch durchaus plausibel angedeutet, ebenso gut in Finnland zu Hause sein. So wie ihre „Stubnmusi“ natürlich auch in Kasachstan beheimatet sein könnte, wo sie dann Jurtenmusi heißen würde. Kein Zweifel besteht hingegen daran, dass das eine ein Tango und das andere wirklich „Stubnmusi“ ist und irgendwie doch alle miteinander verwandt sind. Weshalb es dann auch überhaupt nicht verwundert, wenn das Aufgreifen des Harry-Lime-Motivs aus dem legendären Film „Der dritte Mann“ nach einem kurzen Ausflug nach Paris in einem fulminanten Finale in Brasilien endet. Und das Ganze in teilweise wirklich atemberaubendem Tempo.

Wenn Worte fehlen

Zurücklehnen und einfach nur lauschen, das funktioniert bei diesen „marodierenden“ Globalplayern der Musik kaum. Wenn man sich im irischen Pub wähnt, die Füße unbedingt dem Rhythmus der Milonga folgen wollen, bleibt für Melancholie nur kurz Zeit, bevor das Saxophon dem Freejazz huldigt, oder der Zwiefache in dem Armen von „Kalinka“ landet, dann reißt das nicht nur die Ohren mit. Diese Musik ist ganzheitlich, da kommt der ganze Körper in Bewegung. Auch weil Rudi Zapf und seine Mannen mit jener Leichtigkeit aufspielen, von der jeder Musiker weiß, wie schwer sie ist. Weshalb verbal nichts bleibt als die Flucht ins Gewöhnliche, obwohl diese Musik und ihre Protagonisten wirklich außergewöhnlich sind. Sagen wir also schlicht und einfach: Es war grandios dieses Konzert. Weil diese Musiker grandios sind. Und weil sie kein großes Gehabe darum machen. Kurzum, ein Erlebnis der seltenen Art. Und – das sollte man auch einmal erwähnen – zu einem Tarif, der wohl seinesgleichen sucht.PET

Weitere Infos zur Band: http://www.zapf-musik.de/

Details

Datum:
17. Februar
Zeit:
19:00 - 21:00
Veranstaltungskategorie:

Veranstaltungsort

Festsaal Wasserschloss
Telefon:
0 80 84 967 04 31
Website:
https://sovie-ev.de